Kerzen allgemein

Hochzeits-, bzw. Taufkerzen begleiten die Menschen ein Leben lang.

Sie sind stille Zeugen eines ganz besonderen Momentes und … das ist jetzt ein bisschen schwierig zu erläutern, …also, ich bin ja der Ansicht, dass sich Dinge mit Energien aufladen können, so wie der Handyakku sich mit Energie aufladet (diese Energie kann auch niemand sehen, aber niemand wird bestreiten, dass es möglich ist.)

Wachs ist ein Energiespeicher, den die Menschheit schon seit ewigen Zeiten kennt (und die Bienen noch viel länger), diese Energie wird durch den Docht in Wärme und Licht umgewandelt, wenn aber die Kerze bei einem besonderen Moment dabei gewesen ist, dann nimmt sie auch die Energie, die Stimmung, vielleicht sogar die Bedeutung dieses Moments in sich auf und kann sie immer dann, wenn man sie anzündet wieder freisetzen.

Klingt das zu romantisch? Kann schon sein – ich hab ja nichts gegen Romantik (und alle die mir nicht glauben, sollen sich mal in Ruhe hinsetzen und ihre eigene Taufkerze oder Hochzeitskerze anzünden … der Unterschied zum Anzünden einer Kerze vom Baumarkt wird jeden überzeugen :o) )

Genau deshalb ist es uns ein besonderes Anliegen, für jedes Hochzeitspaar und für jeden Täufling eine eigene – besondere Kerze anzufertigen. Deshalb sind auch alle unsere Kerzen „Einzelstücke“, die nach den individuellen Vorstellungen unserer Kunden gefertigt werden. – Und um jene zu beruhigen, die sich selbst für nicht kreativ genug halten, etwas besonderes zu entwerfen: wir haben es bis jetzt immer noch geschafft, die richtige Kerze herzustellen … wenn man sich ein paar Minuten Zeit nimmt und ein bisschen herumzeichnet, funktioniert das ganz gut.

Der erste Schritt: Die Kerzenform

Mit der Entscheidung, aus welchem „Rohling“ Ihre spezielle Hochzeits- oder Taufkerze werden soll, ist schon der wichtigste Schritt getan. Die Form der Kerze bestimmt schon in einem hohen Ausmaß die Art der Verzierung (eine hohe, schmale Kerze muss man anders verzieren, als eine niedrige Kerze mit großem Durchmesser, …)

Grundsätzlich gibt es bei Hochzeitskerzen 4 Gruppen:

- Kerze mit einem Docht

- Kerze mit 2 bzw. mehreren Dochten

- 2 zusammengehörende Kerzen (z.B.: Ying-Yang-Kerzen)

- und ausschließlich bei mir: Mantelkerzen mit einem brennenden Teil und einem Mantel, der erhalten bleibt.

Bei den Taufkerzen werden im Allgemeinen 2 Typen verwendet, einerseits die klassische hohe, schmale „Stabkerze“, die der Taufpate in der Hand hält und andererseits die Kerze zum Aufstellen.

Da die hohe Stabkerze in weiterer Folge auch bei der Erstkommunion bzw. auch bei der Hochzeit verwendet wird, wird diese Form eher bei katholischen Taufen verwendet, während die Kerze zum Aufstellen eher bei evangelischen Taufen verwendet wird.

Aber es gibt da Gott sei Dank keine Vorschriften und es kommt in erster Linie darauf an, was Ihnen gefällt.

Der zweite Schritt: Was muss denn alles drauf?

Auch hier sind Sie das Maß der Dinge! Es muss auf der Hochzeits- oder Taufkerze gar nichts drauf sein (Es gibt ja keine Bibel in der drinsteht, wie so eine Kerze auszusehen hat) aber es kann und es SOLL alles drauf sein, was Ihnen gefällt.

Traditionellerweise gibt es aber schon ein paar Elemente, die immer wieder einmal auftauchen:

- Namen

- Datum

- Ringe

- Kreuz

- Andere christliche Symbole: PX, А/Ω,

Schön ist es natürlich, wenn ein Brautpaar auch ein besonderes Symbol hat, das die beiden verbindet, bzw. für die Beziehung steht.

Allzu „realistische“ Motive eignen sich meiner Meinung nach eher selten, weil einfach die Gefahr besteht, dass die Kerze dann „kitschig“ wird (und die soll ja das Brautpaar den Rest des Lebens begleiten).

Die Art der Beschriftung:

Üblicherweise werden die Schriftzüge mit 1 mm breiten Wachstreifen gelegt. (Im Bastelzubehör gibt es auch vorgefertigte Wachsbuchstaben, die sind nicht so besonders toll, … also ich verwende sie nicht.) Bei dieser Art der Beschriftung ist man was die Textlänge betrifft ein wenig eingeschränkt – kleiner als eine ca. 18 – 20 pt Schrift kann man fast nicht schreiben, d.h. „Romane“ schafft man kaum. (Wenn auf die Kerze mehr Text soll, dann eignet sich eine Digitaldruckmethode.)

Die Beschriftung wird meistens in Gold oder Silber ausgeführt (oder auch in jeder anderen Farbe - es soll halt zur restlichen Kerze passen).

 Gemeinsam mit Ihnen entwerfe ich ihre spezielle Kerze. Sie bestimmen wo was hinkommen soll, welche Farben verwendet werden sollen, etc. – ich halte das alles in Form einer Zeichnung fest. Anhand dieser Zeichnung gestalte ich dann in weiterer Folge Ihre Kerze.

Die verschiedenen Verziertechniken:

Obwohl Wachs – bei aller Empfindlichkeit - ein sehr dauerhaftes Produkt ist, liegt es in der Natur der Kerzen, dass sie sich irgendwann in Wärme und Licht verwandeln (dafür sind Kerzen halt da). Deshalb sollte die Verzierung einer Kerze auch den Abbrand nicht behindern.

Aus diesem Grund wurden auch die Verzierwachsplatten erfunden, die einerseits auf der Kerze haften und andererseits fast die gleichen Abbrandeigenschaften aufweisen. Nachteil: man ist bezüglich der Gestaltungsmöglichkeiten und der Farbwahl schon eher eingeschränkt, bzw. darauf angewiesen, was die Produzenten herstellen.

Neben den Verzierwachsplatten gibt es auch noch „Wachsfarben“ mit denen man eine Kerze bemalen kann. Die Farben sind untereinander mischbar und somit hat man eigentlich ein sehr breites Farbspektrum zur Verfügung.

Da Problem dabei ist, dass diese Farben meistens wasserlöslich sind. Das ist eigentlich sehr positiv, da die Farben weniger giftig sind, andererseits passen Wasser und Wachs einfach nicht gut zusammen – im Gegenteil, die stoßen sich eher ab!

Ein ähnliches Problem hat man auch mit Acryl- oder Ölfarben. Im Endeffekt hat man bei diesen Verziermethoden immer einen „Farbfilm“ der auf der Kerze nicht sonderlich gut haftet. In den letzten Jahren habe ich aber eine Methode entwickelt, die eine sehr dauerhafte Verzierung ergibt. Man kann die bemalten Teile nach meiner Spezialbehandlung eigentlich nur noch durch eine extreme mechanische Einwirkung kaputt  machen.

Tja, … ziemlich bald sind mir die Nachteile der einzelnen Verziermethoden auf die Nerven gegangen, v.a. weil ich mich nicht durch technische „Probleme“ einschränken lassen will. Und dann ist mir eingefallen, dass ich vor langer Zeit gehört habe (während meines Kunstgeschichtestudiums), dass schon die alten Ägypter mit Wachs gemalt haben – es gibt da ein paar sehr schön erhaltene Mumienportraits im ägyptischen Nationalmuseum.

Und dann hab ich halt herumexperimentiert und eine eigene Verziertechnik entwickelt, die die positiven Eigenschaften der o.a. Techniken vereint.

Eine uneingeschränkte Farbpalette mit unendlich vielen Farbkombinationen und v.a. sehr zarten Verläufen mit einem aquarellartigen Charakter ist dabei herausgekommen.

Um die Verzierung noch ein bisschen widerstandsfähiger / härter zu machen überziehe ich meine Kerzen zum Abschluss auch noch mit einer Schicht aus transparentem Wachs und einem Kerzenspeziallack, der den Abbrand ebenfalls nicht behindert.

Die Beschriftung:

Größtenteils werden Hochzeits- und Taufkerzen mit ca. 1mm dünnen Verzierwachsstreifen beschriftet. Sie dürfen mir glauben, das ist eine ganz fürchterliche "Fummelarbeit". Die Dinger reißen ständig, kleben genau da, wo sie nicht kleben sollen und natürlich auch umgekehrt ... trotzdem, mit einiger Übung bekommt man auch ein sauberes Ergebnis. (Manche Kolleginnen und Kollegen von mir haben diesbezüglich eine wahre Meisterschaft entwickelt und schaffen es in kürzester Zeit halbe Romane auf die Kerzen zu schreiben ...) Die Art der Beschriftung hat aber den gewaltigen Nachteil, dass sie mehr als empfindlich ist ... einmal unbedacht auf die Kerze gegrapscht und aus der Nicole wird eine Nicgrkl

Deshalb bin ich vor einiger Zeit dazu übergegangen meine Kerzen (wo es halt geht) zu gravieren und den gravierten Schriftzug mit Gold, Silber oder einer anderen Farbe auszufüllen. Das ist zwar ein bisschen komplizierter (und auch eine Fummelei) aber das Ergebnis kann man zumindest nicht unabsichtlich kaputt machen.